Messverfahren

Messverfahrenskomplexe nach Aufgabenstellungen

Unverrohrte Aufschlussbohrungen / Brunnen- bzw. Messstellenvorbohrungen / geologische Bohrungen

Aufgabenstellung
Bohrlochgeophysikalische Untersuchung hydrogeologischer und geologischer Bohrungen zur Vorerkundung von Standorten für Grundwassermessstellen und Brunnen sowie zur Erkundung von Massenrohstoffen; für die Vermessung großkalibriger Brunnenaufschlussbohrungen (> 400 mm) modifizierbar.

Ermittelte Parameter
Bohrlochgeometrie / kontinuierliche und lückenlose Dokumentation des lithologischen Gebirgsprofils / Einarbeitung von Kernergebnissen / Porositätsbewertung / Berechnung eines Profils der Anteile von bindigen, rolligen und organischen Gesteinsanteilen sowie der Porosität / Abschätzung von Durchlässigkeitsbeiwerten (kf-Wert) bei Vorliegen aussagekräftiger Analysedaten / quantitative Bewertung der Porenwassersalinität in allen durchteuften Grundwasserleitern.

Lithologiebestimmung in stahlverrohrten "Trockenbohrungen":
Bei durchgängiger Stahlverrohrung eines Bohrlochs kommen aus dem zuvorstehend aufgeführten Verfahrenskomplex nur die kleinkalibrigen Messverfahren

  • GR    -    Gamma-Ray-Log
  • GG.D    -    Dichtelog nach dem Gamma-Gamma-Prinzip und
  • NN    -    Neutron-Neutron-Log

in Frage. Mit wachsender Anzahl ineinandersteckender Verrohrungen (teleskopierendes Bohren) wird die Möglichkeit der Aussage zunehmend eingeschränkt.Vermessung großkalibriger BohrungenMit fortgeschrittener Technik können heute auch im Bereich großer Bohrlochdurchmesser zwischen ca. 400 und 1000 mm Messungen mit ausgezeichneter Aussagekraft realisiert werden. Wir setzen dafür modifizierte Geräte ein.

 

 

Messbeispiel: Aufschlussmessung in großkalibriger Brunnenvorbohrung
Messbeispiel: Aufschlussmessung mit vollständiger Auswertung

Eingesetzte Messverfahren / spezifizierte Aussagen

Eingesetzte Messverfahren / spezifizierte Aussagen
Standardprogramm:
CAL
(Kaliber)
mechanisches Abtasten der Bohrungswandung
  • zur Bestimmung des Bohrungsdurchmessers
  • zwingend notwendiger Korrekturfaktor für die Dichteberechnung
  • zur rechtzeitigen Erkennung von möglichen Befahrungsschwierigkeiten der Bohrung sowie von Problemen beim Brunnen- und Messstellenausbau
  • für die Bestimmung der Schüttmengen an Kies, Füllsand und Ton (Volumenberechnung für Ringraumverfüllung)
EL
(ES; kleine und große Normale bzw. 16" - u. 64" Normale)
Messung des spezifischen elektrischen Widerstandes des Gebirges
  • lithologische Gliederung der geologischen Schichtenfolge
  • Berechnung des wahren elektrischen Schichtwiderstandes in kleinkalibrigen Bohrungen, Infiltrationstiefenbestimmung
GR
(Gamma-Ray)
Messung der natürlichen Gamma-Strahlung des Gebirges
  • zur Gliederung des geologischen Profils
  • zur Bestimmung des Feinkornanteils (Schluff und Ton) im Gebirge
GG.D
(Gamma-Gamma-Dichte-Log)
Messung der gestreuten Gamma-Strahlung, deren Intensität von der Dichte des umgebenden Gesteins abhängig ist
  • zur dichteabhängigen Gliederung des anstehenden Gebirges (z.B. Unterscheidung von Schluff und Geschiebemergel, Erkennung von kohligen und anderen organischen Materialien im Profil)
  • Porositätsverfahren
NN
(Neutron-Neutron-Messung)
Messung der gestreuten Neutronenstrahlung, die ein Maß für den Gesamtwasserstoffgehalt darstellt
  • zur Porositätseinschätzung
  • zur Bestimmung der Wassersättigung des Gebirges
  • zweites wichtiges Verfahren zur Erkennung von Ton, Schluff und tonig-schluffigen Bereichen, insbesondere beim Auftreten von Kieslagen mit erhöhter Gammastrahlung
Beim Vorliegen dieses Hydro-Standardmesskomplexes wird bei Bedarf auf der Bohranlage der Programmkomplex "LITHOLOG" gestartet:
LITHOLOG
(lithologisches Profil)
maschinelle Grobauswertung der Bohrlochmesskurven vor Ort
  • Ausgabe eines geologischen Schichtenverzeichnisses grafisch oder als Tabelle vor Ort, als Grundlage für die Festlegung des Ausbaus und der Verfüllung des Ringraumes der Bohrung


mögliche Zusatzverfahren für Spezialleistungen bei erhöhtem Anforderungsprofil:
IL
(Induktionslog)
induktive Messung der elektrischen Leitfähigkeit des Gebirges
  • zur Aushaltung der Lithologie des Gebirges
  • zur Messung des elektrischen Widerstandes des Gebirges, auch oberhalb des Wasserspiegels, insbesondere für die geologische Gliederung des Gebirges, besonders zur Widerstandsbestimmung in Großbohrungen und bei niedrigen Gebirgswiderständen
  • zur Bestimmung der Wassersättigung des Gebirges
FEL
(fokussiertes Elektrolog)
Messung des spezifischen elektrischen Widerstandes
  • zur lithologischen Gliederung der geologischen Schichtenfolge, besonders Identifikation geringmächtiger Schichten und Einlagerungen
  • zum Auffinden verlorener Rohre und anderer Metallteile
  • Ergebnisse nur sehr bedingt quantitativ nutzbar
BA
(Bohrlochabweichungs-
messung)
kontinuierliche Messung von Azimut und Neigung
  • Prüfung, ob Brunnenvorbohrung lotrecht verläuft
  • geringe Neigung der Bohrung als Voraussetzung für das ordnungsgemäße Einbringen der Brunnenrohre, der Filterkiesschüttung und der Ringraumverfüllung
SP
(Eigenpotenzial)
Messung der Potenzialdifferenz zwischen Mess- und Bezugselektrode
  • liefert unter günstigen Bedingungen (keine Beeinflussung durch in der Umgebung vorhandene stromführende Teile - z.B. Erdkabel, Eisenbahn, Pumpen etc.) Hinweise auf bindige und rollige Schichten im Gebirge; besonders in mesozoischen Profilen nützlich, die mäßige Versalzung des Porenwassers aufweisen
SAL/TEMP
(Elektr. Leitfähigkeits-Log/Temperatur)
Messung der Temperatur und der Leitfähigkeit der Bohrspülung
  • Korrekturfaktor für die Berechnung des elektrischen Gebirgswiderstandes als Voraussetzung der Bestimmung der Gesamtmineralisation ("Versalzung") der Grundwasserleiter oder innerhalb von Grundwasserleitern
  • sofortige Indikation starker Zuflüsse ins Bohrloch
MAL
(Magnetik-Log)
Messung der magnetischen Eigenschaften des Gebirges
  • lithologische Gliederung, besonders Aushalten gröberer Fraktionen (Kies, Geröll, Steine)
  • Metallnachweis (verlorene Rohre und Teile)

Alle Bezeichnungen und Abkürzungen entsprechen dem aktuellen DVGW-Regelwerk.