Messverfahren

Messverfahrenskomplexe nach Aufgabenstellungen

Bohrlochgeophysikalische Kontrollmessungen in Grundwassermessstellen und Brunnen

Aufgabenstellung
Komplexe Brunnenzustandsermittlung vor Sanierung, Regenerierung und Verwahrung oder als Erfolgskontrolle o.g. Maßnahmen sowie zur Neubauabnahme.

Ermittelte Parameter
Befahrbare Endteufe / Geometrie der Verrohrungen, Übergänge und Filter / Restwandstärke, Korrosion, Ablagerungen / mechanische Defekte / Neigungsaufbau / hydraulische Dichtheit der Muffen und Übergänge / Tonsperrennachweis / Homogenität der Ringraumschüttungen / Zementbrücken / verdeckte Mehrfachverrohrungen / Zuflussprofilierung und Kolmationsnachweis / Salinität und anthropogene Belastung des Porenwassers aller durchteuften Grundwasserleiter

Messbeispiel: Messstellenkontrolle bei PVC-Ausbau
Messbeispiel: Komplexe Überprüfung eines Festgesteinsbrunnens
Messbeispiel: Überprüfung eines Altbrunnens
Eingesetze Messverfahren / spezifizierte Aussagen
SAL/TEMP
(Elektr. Leitfähigkeits-Log/Temperatur)
Messung der Temperatur und der Leitfähigkeit des Wassers im Brunnen/Messstelle
  • zur Bestimmung des Wasserspiegels
  • zur Bestimmung der Temperatur und Einschätzung des Mineralisationsgrades des Wassers im Brunnen/Messstelle
  • zur Bestimmung von Zufluss- und Verlustbereichen
  • Indikationen von Undichtheiten an Muffen und Übergängen
  • Hinterrohrzirkulation
TV
(Kamerabefahrung)
Optische Begutachtung der Innenwandungen der Brunnenrohre/Messstelle
  • zur Beurteilung des Zustandes der Verrohrung
  • zum Erkennen von Belägen und Ablagerungen
  • zum Erkennen von Beschädigungen der Verrohrungen
  • zum Erkennen des Zustandes der Filteröffnungen
  • zur Feststellung von Korrosionserscheinungen (sofern Korrosion von innen nach außen)
CAL-M
(Mikro-Kaliber)
mechanisches Abtasten der inneren Rohrwandungen (möglichst 4-Arm-Kaliber mit 1cm Abtastschritt)
  • zur Bestimmung des Rohrinnendurchmessers
  • zum Lokalisieren der Rohrverbindungen und der Filterstrecken
  • zum Erkennen von Rohrdefekten, -erweiterungen, -verengungen, -ovalitäten und -deformationen
  • zum Feststellen von Ablagerungen auf den Innenwandungen der Verrohrung
  • zur Volumenberechnung des Brunnens/Messstelle
IL
(Induktionslog)
induktive Messung der elektrischen Leitfähigkeit
  • nur bei elektrisch nicht leitendem Ausbau (PVC, Steingut, Kiesklebefilter etc.) einsetzbar
  • zum Feststellen von elektrischen Anomalien im Ringraum besonders bei großem Bohrdurchmesser
  • zur Aushaltung der Lithologie des Gebirges bei kleineren Bohrdurchmessern
  • zur Messung des elektrischen Widerstandes des Gebirges, auch oberhalb des Wasserspiegels, insbesondere für die geologische Gliederung des Gebirges
  • zur Bestimmung der Wassersättigung von Gebirge und Ringräumen
GR
(Gamma-Ray)
Messung der natürlichen Gamma-Strahlung von Ausbau und Gebirge
  • zur Kontrolle des geologischen Profils
  • zur Anzeige von Feinkornanteilen im Filterkies
  • zum Feststellen von Kolmationen im Filterbereich
  • zur Bestimmung der Lage von Tonsperren bei Verwendung hochgammaaktiver Materialien
SGL
(segmentiertes Gamma-Log)
Messung der natürlichen Gammastrahlung von Ringraumhinterfüllung und Gebirge in drei, jeweils um 120º horizontal versetzten, Segmenten
  • Überprüfung einer rundum homogenen Verfüllung des Ringraumes, somit exakte Kontrolle der Wirksamkeit z.B. von nachträglichen Abdichtungen der Ringräume durch die Verpressung von Ton-Zement-Suspension
  • Einsatz in Brunnen ab 100 mm Innendurchmesser
GG.D
(Gamma-Gamma-Dichte-Log)
Messung der gestreuten Gamma-Strahlung, deren Intensität von der Dichte des umgebenden Gesteins abhängig ist
  • zur Einschätzung der Lagerungsdichte im Ringraum (z.B. Brückenbildung)
  • zum Tonsperrennachweis
  • zur dichteabhängigen Gliederung des anstehenden Gebirges
  • zum Erkennen von Rohren abweichender Wandstärke
NN
(Neutron-Neutron-Messung)
Messung der gestreuten Neutronenstrahlung, die ein Maß für den Gesamtwasserstoffgehalt darstellt
  • zum Erkennen von Tonsperren unbekannter Zusammensetzung
  • zur Porositätseinschätzung
  • zur Bestimmung des Wassergehaltes im Ringraum
  • zur Bestimmung der Wassersättigung im Gebirge
MAL
(Magnetik-Log)
Messung der magnetischen Eigenschaften des Gebirges
  • Metallnachweis (verlorene Rohre und Teile, Zentralisatoren, Mantelrohre)
  • zum Erkennen von Tonsperren beim Einsatz von magnetisch markierten Abdichtmaterialien (bei nichtmetallischem Ausbau)
  • zur Gliederung von Hinterfüllmaterial unterschiedlicher Magnetisierbarkeit
FLOW
(Impellerflowmeter-Log)
Umdrehungszahl eines Messflügels im Pumpenstrom
  • zur Gliederung des Zuflussverhaltens im Filterbereich
  • zum Feststellen der Veränderlichkeit der hydrodynamischen Verhältnisse im Brunnen durch den Regenerierungsprozess
  • zur Ursachenforschung bei nachlassender Förderung
  • zum Erkennen von Fremdzuflüssen
FW-Pack
(Packerflowmeter)
Messung des Fluiddurchsatzes im Messquerschnitt eines abgepackerten Flowmeters (Umdrehungszahl Messflügel)
  • Einschätzung der Durchlässigkeit der Filterschlitze und des brunnennahen Ringraumes (Kiesschüttung)
FEL-B
(Fokussiertes Elektro-Log, Brunnenvariante)
Messung des elektrischen Widerstandes
  • Bestimmung der Lage der Filterstrecken
  • Kontrolle der Dichtheit der Aufsatzrohre (besonders Muffenverbindungen)
  • zur Einschätzung des Zustandes der inneren Rohrwandungen (Korossionserscheinungen, Rohrbeläge, Rohrverkrustungen - hierzu auch in Metallverrohrungen einsetzbar!)
SAL0... 8 ... TEMP0... 8
(Fluid-Logging)
Beobachtung der Wasserbewegung im Brunnen unter verschiedenen Anregungszuständen und bei gezielter Zugabe eines NaCl-Tracers
  • besonders geeignet zum Nachweis von Wasserbewegungen von geringem Ausmaß sowohl in Ruhe als auch bei Fremdanregung
  • zur Einschätzung der dynamischen Verhältnisse im Brunnenli>
  • zur Prüfung auf Leckstellen in den Aufsatzrohren, insbesondere bei Stahlausbau
  • zur Ermittlung der Filtrationsgeschwindigkeit (Grundwasserfließgeschwindigkeit)
EMDS
(elektromagnetische Wanddicke)
Messung der Wanddicke von Stahlrohren
  • Verfahren zur Bestimmung des Rohrzustandes von Brunnenrohren aus Stahl
  • liefert Aussagen zu Leckstellen und Durchrostungen bzw. Rostansatz und Restwandstärke
  • liefert Angaben über mehrere teleskopierte Rohrtouren
  • quantitative Ergebnisse bis zu einem Innendurchmesser von 500 mm
RGG.D
(Dichte-Ringraumscanner-Log)
um 360º rotierende Messung der relativen Dichteänderung im Ringraum
  • Nachweis einer rundum homogenen Verfüllung des Ringraumes, somit exakte Überprüfung der hydraulischen Wirksamkeit von Tonsperren und Filterkiesschüttungen
  • Einsatz bei Rohrinnendurchmessern von 100 bis 150 mm (4" und 6")
SGG.D
(segmentiertes Gamma-Gamma-Dichtelog)
Messung der Dichte von Ringraumhinterfüllung und Gebirge in zwei, jeweils um 180º horizontal versetzten, Segmenten
  • Nachweis einer homogenen Verfüllung des Ringraumes, damit Überprüfung der hydraulischen Wirksamkeit von Tonsperren und Filterkiesschüttungen
GDT
(Gasdynamischer Test)
Nachweis einer künstlich eingebrachten Gasblase unterhalb von Ringraumandichtungen mittels bohrlochgeophysikalischer Messungen
  • Test zum Nachweis der hydraulischen Wirksamkeit von Ringraumabdichtungen
BA
(Bohrlochabweichungs-
messung)
kontinuierliche Messung von Azimut und Neigung
  • Prüfung, ob Brunnenvorbohrung lotrecht verläuft
  • keine oder nur geringe Neigung eines Brunnens als Voraussetzung für das ordnungsgemäße Einbringen der Brunnenrohre, der Filterkiesschüttung und der Ringraumverfüllung
  • große Neigung als häufige Ursache für Sandeintrag im Filter
  • wichtige Information für den Rückbau (Überbohren)
orientierte Probenahme Einsatz eines motorischen Probenehmers am Bohrlochmesskabel (ab 2 Zoll)
  • Entnahme teufenorientierter Wasserproben, die hermetisch gegenüber der Umgebung abgeschlossen werden
Packertest Einsatz einer Einfach- oder Doppelpackers
  • zum endgültigen Nachweis der Dichtheit von Rohrmuffenverbindungen
  • Einsatz möglichst erst nach FEL-Messung (Screeningverfahren)
FMT
(Fotometrische Trübungsmessung)
Einsatz eines Fotosensors zur Messung der Transparenz des Wassers
  • Nachweis von Sandeintrag, auch wenn makroskopisch nicht mehr sichtbar
  • Messung der Grundwasserfließgeschwindigkeit durch Zugabe eines Tracers (EU-zugelassener Lebensmittelfarbstoff)
FMK
(Fließrichtungsbestimmung)
fotometrische Ermittlung der Fließrichtung in Grundwassermessstellen (Einbohrlochmethode)
  • direkte Ermittlung der Fließrichtung in Grundwassermessstellen durch Zugabe eines Tracers (EU-zugelassener Lebensmittelfarbstoff)
  • einsetzbar in Messstellen ab DN 80 mm
  • möglichst vorher über FMT-Messung Bereiche mit hoher horizontaler Fließgeschwindigkeit bestimmen
  • maximale Einsatzteufe 300 m
MIL
(Millieuparametermessung)
Messung von pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Redoxpotential, Temperatur und Leitfähigkeit des Wassers
  • Ermittlung von Zuflüssen verschiedener Grundwasserqualitäten
  • Uuml;berwachung von Kontaminationen
  • Ermittlung der Qualität von Wässern
  • in situ-Monitoring von Grundwassermessstellen und Brunnen

Alle Bezeichnungen und Abkürzungen entsprechen dem aktuellen DVGW-Regelwerk.